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Hier findet Ihr in alphabetischer Reihenfolge Begriffe rund um den Argentinischen Tango ... – ein kleines Tangolexikon:

A
abrazo – Umarmung; die Tanzhaltung – 'offen' mit etwas Abstand zwischen den beiden Partnern oder 'eng / geschlossen', nah bis innig.

abrazo cerrado – 'geschlossene Umarmung'; die enge Tanzhaltung –
je nach Stil bzw. Geschmack frontal, leicht versetzt oder in einem kleinen Winkel zum offenen Arm hin leicht geöffnet – nah und doch eigenständig und flexibel.

adelante – vorwärts, nach vorne.

adorno – Verzierung (auch firulete).

aguja – Nadel; senkrecht auf den Boden gesetzte Fußspitze in einer Drehung am Platz bis in eine gekreuzte Position.

alteración – Richtungswechsel; auf einen gerade geführten Schritt folgt die umgekehrte Richtung (rückwärts-vorwärts bzw. vorwärts-rückwärts) – mit mehr oder weniger großem zirkularem Versatz. nach oben Pfeilnach oben

amague – Finte, Antäuschen; kurzer mit Gewicht 'angetäuschter' und zurückgenommener Schritt des Führenden, z.B. um eine Richtung einzuleiten, aber das gesetzte Bein doch gleich wieder frei zu haben.

arrastre – Mitziehen, Schleppen; das Verschieben des freien Fußes der Dame durch den Fuß des Herrn, wobei eine kleine Kraft im Spiel ist und die Bewegung ansonsten nicht geführt ist, worin letzlich auch der Unterschied zur Barrida besteht.

atrás – nach hinten, rückwärts.

B
bailar – tanzen.

balanceo – das Pendeln; Gewichtswechsel zu Beginn des Tanzes zur Abstimmung von Standbein und Rhythmus. nach oben Pfeilnach oben

bandoneón – das typische Instrument des Argentinischen Tango; das unverwechselbare Handzuginstrument, quadratisch, mit langem Balg – ursprünglich 'Bandonion', von dem Deutschen Heinrich Band konstruiert.

barrida – der 'Feger'; das scheinbare Verschieben eines Fußes mit dem Fuß, z.B. während einer Molinete. Der Herr begleitet mit seinem Fuß den freien Fuß der Dame während eines Schrittes. Ihr Schritt ist aber geführt und nur dem Anschein nach geschoben – im Gegensatz zur Arrastre.

base – "basse", kurz für 'paso básico' – Grundschritt; anfangs mit sechs Schritten, später mit dem Vorkreuz der Dame auf acht erweitert.

boleo – Schwingen des Unterschenkels, linear o. zirkular, vorwärts o. rückwärts, ausgelöst durch eine zur aktuellen Bewegung gegenläufige Führung und die resultierende Umkehrbewegung (oft voleo geschrieben). Der Name kommt vermutlich von den 'Boleadoras', einer Wurfwaffe mit drei Kugeln ('bolas'), die von den Gauchos verwendet wird, um entlaufene Rinder zu fangen. Die Kugeln sind an kurzen Seilstücken befestigt, die zu einem dreiarmigen Stern verknotet sind. Sie werden geschleudert und wickeln sich um die Beine des Tieres. nach oben Pfeilnach oben

C
cabeceo – nickende Kopfbewegung; traditionelle Form des Aufforderns über Blickkontakt (mirada) und Zunicken. Erst so verabredet geht der Mann auf die Dame zu und holt sie ab (cabeza – der Kopf) (s.a. codigo).

cadena – Kette; sich wiederholend verkettete, links- oder rechtsdrehende Schrittsequenzen.

cadencia – (Kadenz) kleine Schritte zum Schließen, oft im doppelten Tempo, als rhytmische Variation, auch, wenn die Tanzfläche voll ist.

calesita – kleines Karussell; die Frau dreht auf einem Fuß stehend, während der Mann um sie herum läuft. nach oben Pfeilnach oben

caminada – das Gehen; Gehschritte im Tango (caminar – gehen).

candombe – Musik (und Tanz) mit afro-lateinamerikanischen Wurzeln. Ein Vorfahr des Tango; wie die Milonga im 2/4-Takt, aber mit Trommeln als Rhythmusinstrumente.

canyengue – die Canyengue ist ein Stil des Tango rioplatense, der Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts getanzt wurde. Mann und Frau tanzen im rechten Winkel zueinander, eng, mit tief gebeugten Knien und dem offenen Arm auf Hüfthöhe. Der Stil wirkt einfacher, derber und freudiger, als der elegante Tango de Salon. nach oben Pfeilnach oben

caricia – Streicheln, Liebkosung, Zärtlichkeit; Berühren des Partners mit dem Fuß oder dem Bein, neckisch, etwas mehr als zufällig, flüchtig ...

chacarera – schwungvoll fröhlicher Folkloretanz aus dem Norden Argentiniens (auch in Bolivien und Paraguay), der vereinzelt auch in Milongas getanzt wird. Die Chacarera hat eine feste Choreografie, Männer und Frauen stehen sich paarweise in Reihen gegenüber und bewegen sich synchron bis auf die Soloparts (zapateo und zarandeo). Die Einflüsse catalanischer Folklore sind unübersehbar (chacra – Acker).

código – Kodex; Verhaltensregeln für die Milonga – insbesondere das Auffordern (> mirada, cabeceo) und das soziale Miteinander unter den Tanzpaaren betreffend (> ronda, tanda, paso básico). nach oben Pfeilnach oben

colgada – hängend, angehängt; Spiel mit der Achse, bei dem die Schwerpunkte beider Tänzer gegenläufig nach außen verlagert und 'auf Zug' miteinander verbunden sind.
Colgadas sind Bewegungen, bei denen die Füße der beiden Tänzer nahe stehend quasi den selben Stand- bzw. Drehpunkt teilen, während die Körper (Oberkörper senkrecht, leichte Sitzhaltung) nach außen 'lehnen'. Die Colgada wird ausschließlich vom Führenden eingeleitet, sicher gehalten und ins jeweils eigene Gleichgewicht zurückgeführt.

combinación – Kombination, Sequenz; eine Folge von Schritten und Figurenelementen.

corte – Schnitt, Abbruch, Pause; abruptes Anhalten eines Schrittes als rhythmisches Stilmittel, oft beschleunigt geführt. nach oben Pfeilnach oben

cortina – Zwischenmusik, die die einzelnen Tanzrunden (Tandas) voneinander trennt. Traditionell verlassen alle Paare die Tanzfläche, die sich anschließend wieder mit (neu zusammengesetzten) Tanzpaaren füllt.

cruzada – das enge Vor- oder Hinterkreuzen (cruzar – kreuzen).

cumparsita – der vielleicht bekannteste Tango überhaupt, komponiert 1916 von Gerardo Matos Rodriguez. Die Cumparsita ('Karnavalsumzug') wird häufig zum Schluss einer Milonga gespielt und zeigt den Tänzern damit das Ende der Veranstaltung an.

cunita – (langsamer!) Wiegeschritt (cuna – die Wiege)
(<> schnell, mit abrupter Umkehr: rebote). nach oben Pfeilnach oben

D
disociación – die getrennte Bewegung von Schulter und Hüfte (um die senkrechte Achse), um den Kontakt zum Partner zu halten oder eine Torsionsspannung aufzubauen und zu nutzen, wie sie z.B. in Ochos vorkommt. nach oben Pfeilnach oben

E
enganche – 'passives' Einhaken des Unterschenkels um das in den Schritt gestellte Bein des Partners, wie ein kurzes Umschlingen, meist in drehender Bewegung (> giro, molinete).

enrosque – Drehung mit abschließend überkreuzten Beinen (enroscar - eindrehen, einschrauben).

entrada – Schritt zwischen die Beine des Partners ohne Berührung (s.a. sacada) (entrar - hineingehen, eintreten).

estilo milonguero – Milonguero Stil (s.a. Tangostile). nach oben Pfeilnach oben

F
firulete – Schnörkel. Kleine spielerische Bewegungen des freien Fußes am Boden, zusätzlich zu den eigentlichen Tanzschritten. nach oben Pfeilnach oben

G
gancho – Haken. Geführte Bewegung in den Schritt des Partners mit Hochschwingen des Unterschenkels (Einhaken) nach Kontakt an den Oberschenkeln.

gardena – (so tatsächlich schon von 'Lehrern' gehört) ist doch eher was für'n Garten (s.a. cadena).

gekreuztes System – die gleichzeitige 'nicht seitengleiche' Bewegung der Beine – aber Vorsicht: da sich die Tanzpartner in der Regel vis-à-vis bewegen, handelt es sich im gekreuzten System immer um die beiden linken oder die beiden rechten, nicht(!) gegenüber stehenden Beine
(im Gegensatz zum parallelen System).

giro – (gelaufene) Drehung, links oder rechts um den Partner herum (s.a. molinete).

golpe, golpecito – (kleiner) Schlag. Mit dem Ballen (Fußspitze) des Spielbeins ausgeführter, abprallend zurückfedernder 'Tap' auf den Boden, z.B. im Stehen den Takt aufnehmend oder auch in Gehschritten schnell und flach als Verzierung. nach oben Pfeilnach oben

H
habanera – 'aus Havanna'; afrokubanischer Tanz des 19. Jahrhunderts mit Verwandschaft zum Tango.

hamaca – Hängematte, Schaukel; kleines wiegendes Hin- und Herdrehen im Stehen. nach oben Pfeilnach oben

I
invasión – 'eingefädelte' sacada mit aushebelnder Verdrängung durch das eingefädelte Bein. nach oben Pfeilnach oben

J
junta – Verbindung; die eher geschlossene Bein- bzw. Fußführung im eleganten Gehen: das 'Vorbeistreifen' der eigenen Knie bzw. Knöchel in jedem Schritt. nach oben Pfeilnach oben

K
kennt Ihr einen Tangobegriff mit 'K'? – dann schreibt mir!   ; ) nach oben Pfeilnach oben

L
lapiz – Bleistift. Die Fußspitze des Spielbeins zeichnet einen Kreis auf den Boden. Verzierung im Warten auf den nächsten Schritt oder in einen Stopp oder eine Sacada mündend ...

levantada – leichtes Anheben zum Schließen, zum Stand in der Achse mit freibleibendem Spielbein, drehbar, offen für jegliche neue Bewegung ...

lunfardo – Abwandlung der spanischen Sprache mit eigenem Wortschatz. Entstanden im 19. Jahrhundert in Buenos Aires, beeinflusst durch Einwanderer verschiedenster Couleur und eher in sozial schwächeren Schichten verbreitet – daher, wenn auch nicht korrekt, im Ruf der 'Gaunersprache'. Heute teils Bestandteil der informellen Sprache in Argentinien und Uruguay. Auch in der Tangolyrik zu finden.

lustrada – 'Schuheputzen' (?!). Eine Form der caricia: mit dem Schuh am Bein des Partners entlang streichen. Wird oft als 'erotische Geste' beim Sandwich unterrichtet und leider unreflektiert genauso grob und stereotyp durchgeführt, wie der Gancho danach. Wer möchte schon dauernd als Schuhputzlappen dienen? Und wo ist die Erotik, wenn's unabwendbar  i m m e r  passiert? Man verwende sie sparsamst !! ... nach oben Pfeilnach oben

M
mate – in Südamerika weit verbreitetes Aufgussgetränk aus den getrockneten Blättern des Mate-Strauches; getrunken aus einer kleinen Kalebasse durch ein metallenes Trinkröhrchen. Üblich sind mehrere Aufgüsse mit heißem Wasser – der erste kann sehr stark und bitter sein.

media luna – Halbmond;
1. das kleine Frühstücksgebäck der Porteños, kleiner und kompakter als unsere Croissants.
2. eine 'kleine Links- bzw. Rechtsdrehung', mit halbmondförmigem Weg der Dame um den Herrn, während dieser begleitend aus dem vorherigen Hinterkreuzen auf beiden Ballen aufdreht.

media vuelta – halbe Runde, Kehre, Wende; Tangofigur mit halber Drehung des Mannes auf beiden Beinen. nach oben Pfeilnach oben

milonga – (vgl. tango, vals)
1. in Musik und Tanz, die Vorfahrin des Tango im 2/4-Takt, heute die fröhliche Schwester – schwungvoll, spielerisch, rhythmisch ... 
2. die Tanzveranstaltung, bei der Tango, Vals und Milonga getanzt werden.

milonga lisa – schlichte Milonga; im einfachen Tempo auf den vollen Taktschlag getanzt, ohne traspiés.

milonguero – (vgl. tanguero)
1. eine Person, die auf Milongas geht und in deren Leben der Argentinische Tango eine große Rolle spielt.
2. ein Tanzstil in sehr enger Umarmung und leicht angelehnt (s.a. Tangostile). nach oben Pfeilnach oben

mirada – Blick; der erste Schritt der traditionellen Aufforderung zum Tanz ist der Blickkontakt. Stimmt der Aufgeforderte zu, wird der Blick gehalten und mit einem Kopfnicken (cabeceo) bestätigt. Um eindeutig abzulehnen wird der Blick ebenfalls kurz gehalten und dann abgewendet.

molinete – Windrad; die Schrittfolge der Damen, beim Umkreisen des Mannes: rück - seit - vor - seit- rück - seit ...

mordida – Sandwich (> sanguichito). nach oben Pfeilnach oben

N
neotango – moderner Tanzstil, der andere Tanzhaltungen, innovative Schritte und solche aus anderen Tänzen ins Repertoire aufnimmt (s.a. Tangostile).

nuevo – kurz für 'Tango Nuevo'. Zentrale Figur bei der Erneuerung des Tango in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts war Astor Piazzolla. Er öffnete kompositorisch die vorhersehbare Form des Tango und nahm auch andere Instrumente in das Orchester auf, behielt aber den typischen Charakter des Tango mit seiner Leidenschaft und Dramatik bei. Viele Stücke waren für den Konzertsaal angelegt und teils kaum tanzbar. Seine bekannteste Komposition ist wohl 'Libertango' aus dem gleichnamigen Album von 1974. Mit dem Tango Nuevo haben auch elektronische Instrumente Einzug gehalten, man spricht daher auch von Electrotango. Bekannte Vertreter dieses zeitgenössischen Tango sind z.B. Gotan Project, Bajofondo, Tanghetto, Narcotango und Otros Aires. nach oben Pfeilnach oben

O
ocho – die Acht; eines der häufigsten Bewegungselemente beim Tango, vorwärts und rückwärts, ein Gehschritt mit abschließender Drehung in der eigenen Achse – in mehreren Kehrtwenden getanzt, beschreiben die Füße die Form einer Acht.

ocho cortado – 'abgeschnittene Acht'; eigentlich kein Ocho, sondern eine abgebrochene Drehung, die im Seitschritt gestoppt und z.B. in ein Vorkreuz zurückgeführt wird. nach oben Pfeilnach oben

P
parada – Unterbrechung des Tanzflusses während eines Schrittes durch leichtes Tiefführen (parar – innehalten).

paralleles System – die 'seitengleiche' Bewegung der Beine –
aber Vorsicht: da sich die Tanzpartner in der Regel vis-à-vis bewegen, handelt es sich hierbei immer um ein linkes(!) und ein rechtes(!) Bein (s.a. gekreuztes System).

pasada – Darübergehen; das elegante Überqueren eines zum Stopp in den Weg gestellten Fußes.

paso – Schritt. pasito – Schrittchen. nach oben Pfeilnach oben

paso básico – Grundschritt; in der Regel ist heute die Version mit acht Schritten und dem Vorkreuz der Dame gemeint. Auch '1. base' genannt. Oft wird der erste, nach hinten führende Schritt weggelassen, um ein eventuell zu dicht nachfolgendes Paar nicht zu bedrängen (s.a. codigo).

paso básico cruzado – Grundschritt im gekreuzten System; wobei genaugenommen nur die Schritte 3 und 4 gekreuzt sind. Auch '2. base' genannt.

patada – Tritt; auch patadita – berührungsfreier kleiner Kick, meist zwischen die Beine des Partners.

pie – Fuß. pierna – Bein. nach oben Pfeilnach oben

piernazo – hochschwingendes Bein; im Unterschied zu Gancho und Boleo, bei denen hauptsächlich der Unterschenkel schwingt, wird hier das ganze Bein aus der Hüfte heraus in großem Bogen z.B. in Hüfthöhe um den Partner geschlungen und schwingt von dort zurück.

pivote – Achse, Drehpunkt; Drehung um die eigene Achse auf dem Ballen des Standbeins; Bestandteil jedes Ochos ...

planeo – Gleiten, Schweben; das gestreckte Spielbein zeichnet einen großen Kreis auf den Boden, je tiefer geführt, desto größer der Kreis; oft geht der Mann währenddessen mit kleinen Schritten um die Frau und verlängert dadurch die Kreisbewegung. nach oben Pfeilnach oben

porteño – "Einer vom Hafen". So nennen sich die Einwohner von Buenos Aires, im Gegensatz zu den 'Hinterländlern' aus der Pampa.

pose final – Schlusspose; das Stehenbleiben und kurze Verharren in dieser Pose beim letzten Ton eines Musikstückes. Oft in einer Schrittposition mit tief geführtem, gebeugten Standbein und weggestrecktem Spielbein.

postura – Haltung; die Körperhaltung im Stehen und Gehen. nach oben Pfeilnach oben

práctica – Anwendung; die Veranstaltung und der Ort zum Üben für TangotänzerInnen (practicar – üben, trainieren).

Praktika – (mit "k" geschrieben) Plural von Praktikum.

punta – Spitze bzw. hier die Fußspitze; das Setzen des Ballens vor dem Absatz (tacón).

punto – Punkt; auf den Boden tippen mit dem Ballen zur rhythmischen Akzentuierung, auch zur Verzierung in einer Bewegung. nach oben Pfeilnach oben

Q
quebrada – Schlucht, Bruch; ein Stopp im Tanzfluss verbunden mit dem 'Bruch' bzw. einem Biegen der Achse z.B. als Umkehr eines Seitschrittes mit 'großer Geste' (s.a. neotango) oder als klassische Schlusspose, bei der sich der Mann etwas über die Dame beugt ...

queer – schwul, verrückt; beim 'Queer Tango' werden die traditionellen Geschlechterrollen – der Mann führt, die Frau folgt – gewechselt und auch gleichgeschlechtliche Tanzpaare sind möglich. Im Sprachgebrauch gibt es dann die Rollen des 'Führenden' und des 'Folgenden'. nach oben Pfeilnach oben

R
rebote – Rückprall, Zurückschnellen; meist im doppelten Tempo geführter, abgebrochener und 'zurückgeholter' Schritt.

ronda – Runde; die Tänzer bewegen sich auf der Tanzfläche gegen den Uhrzeigersinn in 'Spuren'. Wie bei mehrspurigen Straßen wird hier nicht wild die Spur gewechselt, sondern eher beibehalten. Wer in einer solchen Spur tanzt, hat 'Vorrang'; Paare, die neu dazustoßen, reihen sich vorsichtig ein – am besten nach einem Blickkontakt mit den am nächsten tanzenden Paaren, mindestens aber dem 'Hintermann'.
Es ist ein soziales Gefüge, man überholt normalerweise nicht, sondern passt seine Geschwindigkeit an und vermeidet ausladende Figuren, die andere stören oder gefährden könnten (s.a. codigo). nach oben Pfeilnach oben

S
sacada – den Platz des Partners einnehmen (sacar – herausnehmen). Sacadas sind in den Schritt des Partners gesetzte Schritte (vorwärts, seitwärts oder rückwärts) mit verdrängendem Charakter. Die Beine dürfen sich hierbei berühren und weich 'weghebeln', der Körper nimmt den Platz ein, den der Partner gerade verlässt bzw. verlassen hat.

salida – Start, Ausgang; beim Tango die ersten Schritte in einen Tanz ...

salontango – Tango de Salon (s.a. Tangostile). nach oben Pfeilnach oben

salto – Sprung (Bühnenfigur); saltito – kleiner Sprung; obwohl der Tango ein sehr bodenbezogener Schreittanz ist ...

sándwich, sanguichito – Sandwich; Figur bzw. Position, bei der ein Fuß 'eingeklemmt' d.h. links und rechts von beiden Füßen des Partners eingeschlossen wird (auch 'mordida').

sentada – Sitzpose; z.B. auf dem Oberschenkel des Mannes (sentar – hinsetzen). nach oben Pfeilnach oben

sistema cruzado / sistema paralelo – siehe: gekreuztes System und paralleles System.

soltada – Auflösen der üblichen Tanzhaltung (soltar – abkoppeln, lösen, freilassen), für Drehungen unter einer Hand hindurch oder andere Haltungen, nebeneinander oder mit dem Rücken zum Partner ...

sssss – die Führung; am schönsten aus dem Körper, bequem, intuitiv, unmissverständlich klar und leicht und leise – (spürbar) für den Partner, nicht (sichtbar) für die Zuschauer ...

suave – weich, geschmeidig, sanft, mild, schonend, zärtlich ... nach oben Pfeilnach oben

T
taconeo – mit dem Absatz auf den Boden klopfen (tacón – Absatz).

tanda – Tanzrunde, meist bestehend aus vier Musikstücken eines Genres (Tango, Vals oder Milonga), einer Stilrichtung und oft auch eines Orchesters oder zumindest einer Epoche.
Üblicherweise wird nach zwei Runden Tango eine Tanda Vals und nach zwei weiteren Runden Tango eine Tanda Milonga (und so fort) gespielt. Die Tandas werden durch eine erkennbar andere Pausenmusik (Cortina) voneinander getrennt.
Traditionell verabredet man sich für eine ganze Tanda und verlässt an deren Ende die Tanzfläche. Wer sich erst einmal 'beschnuppern' möchte, fordert vielleicht erst zu den letzten drei oder zwei Tänzen auf. Das Ende der Tanda erlaubt, mit einem kurzen Dank und ohne weitere Erklärung die Tanzfläche zu verlassen (s.a. codigo). nach oben Pfeilnach oben

tango – der Tango Argentino ist ein Lebensgefühl ...
1. Der Tanz entstand Mitte des 19. Jahrhunderts am Rio de la Plata (in Argentinien und Uruguay). Der genaue Ursprung ist aber strittig, Einfluss hatten u.a. Candombe, Habanera und Milonga.
2. Die Musikrichtung ist Ende des 19. Jahrhunderts entstanden, ebenfalls beidseits des Rio de la Plata. Kennzeichnend war das Fehlen von Rhythmusinstrumenten – in neuerer Zeit werden aber auch Schlagzeug und elektronische Instrumente einbezogen (s.a. Tango Nuevo).
Auch hinsichtlich der Lyrik und des Gesangs hat der Tango eigene Ausdrucksformen entwickelt. 
Im Oktober 2009 wurde der Argentinische Tango von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und zählt nun zu den "Meisterwerken des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit". nach oben Pfeilnach oben

tangostile – im Lauf der Zeit haben sich verschiedene Tangostile entwickelt.
1. Der Tango de Salon wird in flexibler Umarmung getanzt. Leicht V-förmig auf der umarmenden Seite geschlossen, zum offenen Arm hin leicht geöffnet – kann aber auch für bestimmte Schritte mit einer offenen Haltung fließend wechseln. Auch in der engen Haltung steht und geht jeder selbst. Im Gegensatz zum Bühnentango wird zugunsten des sozialen Miteinander im Salon auf komplizierte Techniken und akrobatische Figuren weitgehend verzichtet. Der Salontango ist mit seinen Varianten am weitesten verbreitet.
2. Der Milonguero-Stil wird in sehr enger Haltung und leicht angelehnt (nicht angehängt!) getanzt . Diese sehr enge Haltung lässt weniger Dissoziation zu, so dass z.B. Ochos überkreuzend getanzt werden.
3. Im Neotango der letzten Jahre (auch 'Fusion') wird die sonst kennzeichnende parallele Körperhaltung aufgelöst. Andere Haltungen sind möglich, nebeneinander oder gar mit dem Rücken zum Partner. Diese Freiheit ermöglicht eine Vielzahl innovativer Bewegungen, die auch aus anderen Tänzen wie z.B. Salsa oder Swing übernommen werden können. Getanzt wird oft auch zu Elektrotango oder 'Nontango'-Musik. Kennzeichen des Tango bleibt aber die Führbarkeit aller Bewegungen und damit die Grundlage der gemeinsamen Improvisation.
4. Der Tango Liquido und der Organic Tango stehen bereits für die Rückbesinnung der Jungen Wilden, die neben der Vielfältigkeit des Neotango auch die Nähe des Tango de Salon suchen und beide Stile fließend ineinander überführen. Die Vertreter des Organic Tango anerkennen aber nur Elemente, die aus dem Körper heraus führbar sind.

tango vals – der Tango im 3/4-Takt (> vals) (s.a. tanda)

tanguero – Tangotänzer und / oder auch sonst Anhänger des Tango Argentino, mit seiner Musik, seiner Lyrik, seiner Literatur ...

tomada – Anfassen (und Führen) eines Fußes oder Beines mit der Hand (tomar – nehmen).

traspié – 'Stolpern'; neben den Verdopplungen die zweite Möglichkeit, den Tango und insbesondere die Milonga, die »flotte, fröhliche Schwester des Tango«, noch abwechslungsreicher, rhythmischer und musikalischer zu tanzen; Verdopplungen und traspiés machen riesigen Spaß !! nach oben Pfeilnach oben

U
uruguay – heute spricht man vom 'Argentinischen Tango' und von 'Buenos Aires', als der Hauptstadt des Tango. Entstanden ist der Tango aber beidseits des Rio de la Plata, also auch in Montevideo, Uruguay.

V
vaivén – das Gewoge, das Gerenne, das Hin und Her; spielerisch, rhythmisch: Gehschritte, mit doppeltem Tempo (quick, quick, slow) in einen Stopp und zwei Gewichtswechsel (auch GW + Minischritt),
gerne in einer kleinen Serie unmittelbar wiederholt.

vals – eine heitere Form des Tango im 3/4-Takt, rhythmisch dem Wiener Walzer ähnlich, auch 'vals criollo' oder 'vals cruzado'.

villa urquiza – Stadtteil im Nordwesten von Buenos Aires und Namensgeber für eine Stilrichtung des Tango. nach oben Pfeilnach oben

volcada – Spiel mit der Achse, bei dem das Paar aneinandergelehnt ist. Eingeleitet vom Mann und hebend unterstützt, beschreibt der freie Fuß der Dame während des Kippens die geführte kleine Bewegung in groß – oft einen großen Kreisbogen (volcado – gekippt).

voleo – andere Schreibweise von 'boleo' – darüber besteht keine Einigkeit. Argumente pro 'V': der Wortstamm (volar – fliegen) wäre nicht unpassend und das 'V' wird weich, fast wie ein 'B' ausgesprochen. nach oben Pfeilnach oben

W
X

Y
y – und ... nach oben Pfeilnach oben

Z
zapatazo – Schuhschlag, Tritt; alpenländisches Relikt im Tango  : )  Akzent durch das Zusammenschlagen der Schuhe (zapato – Schuh).

zapateo – Solopart für die Männer in der Chacarera: hier zeigen sie ihre Geschicklichkeit mit rhythmischen und akrobatischen Steppschritten und kleinen Sprüngen – erinnert teils sogar ans bayrische 'Schuhplatteln'.

zarandeo – Solopart für die Frauen in der Chacarera bei dem sie den weit ausgebreiteten Rock in großer Geste hin und her schwenken. nach oben Pfeilnach oben


Argentinischer Tango ist lebendig und offen für Improvisation und Entwicklung. Wie neue Einflüsse kommen auch neue Begriffe hinzu, die nicht immer in einem Spanisch-Wörterbuch zu finden sind. Auch gehen die Meinungen zu einzelnen Begriffen bzw. deren Schreibweise auseinander.

Die oben stehende Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit – meine Interpretation ist eine persönliche und darf gerne diskutiert werden. Ich freue mich auf Anregungen und Kritik – wer mag, nimmt Kontakt auf.




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